Taekwondo: 19 Medaillen bei DM in Düsseldorf / TURP so erfolgreich wie noch nie

Körpertreffer: Lena Unrau (blaue Weste). Foto: TURPKnapp 400 Taekwondoka trafen sich in Düsseldorf, um im olympischen Wettkampf ihre Deutschen Meister bei den Aktiven sowie bei der Jugend A (14 bis 18 Jahre) zu ermitteln. Diese nationalen Titelkämpfe werden den rheinland-pfälzischen Protagonisten wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Waren die Verantwortlichen der Taekwondo Union Rheinland-Pfalz (TURP) im Vorfeld schon recht zuversichtlich, übertraf das Endergebnis die kühnsten Erwartungen. Mit 19 Medaillen – sechsmal Gold, dreimal Silber und zehnmal Bronze – sowie den dritten Platz in der Länderwertung der Jugend A im Gepäck war es für die TURP die erfolgreichste Deutsche Meisterschaft aller Zeiten.

Alle drei für Rheinland-Pfalz angetretenen Sportlerinnen schnappten sich Medaille. Überragend die Leistungen der neuen Deutschen Meisterinnen Madeline Folgmann in der Klasse bis 53 Kilo und Tabea Wenken (bis 57 Kilo). Nadine Truxius belegte im Damenschwergewicht Rang drei. Bei den Herren gelang es nur René Ackermann, nach Platz zwei im Vorjahr der dritte Platz in der Klasse bis 63 Kilo. Das Ergebnis von zwei Gold- und zwei Bronzemedaillen bedeutete in der Länderwertung den vierten Platz. Bei der DM der Jugendlichen unter 18 Jahren setzten die rheinland-pfälzischen Nachwuchssportler noch einen drauf und sicherten sich mit vier Gold-, drei Silber- und acht Bronzemedaillen den dritten Platz in der Länderwertung mit nur einem Punkt hinter Baden-Württemberg. Auf Platz eins landete Bayern. In bestechender Form präsentierten sich Lena Unrau und Viviana Valentino bei ihrer DM-Premiere in der Jugendklasse. Gerade erst von den Kadetten in die nächst höhere Altersklasse aufgestiegen, konnten beide ihre Gewichtsklassen für sich entscheiden und zeigten dabei herausragende Leistungen. So besiegte Unrau im Finale der Jugendklasse bis 52 Kilo die amtierende Jugend-Europameisterin Vanessa Beckstein vorzeitig. Es war die vierte DM-Medaille für die Kadetten-Vize-Europameisterin von 2016 – und die erste goldene. Für Valentino, die die Jugendklasse bis 59 Kilo dominierte, war es bereits der dritte nationale Titel in Folge. Ihrer jüngeren Schwester nicht nachstehen wollte Meike Unrau. Ihr gelang der Finaleinzug in der Klasse bis 63 Kilo, wo sie knapp gegen die deutschen Nummer eins Celine Schmidt unterlag. Denkbar knapp scheiterte im Finale auch Jugend-Nationalkämpferin Laura Göbel. In einem dramatischen Fight der Klasse bis 49 Kilo unterlag die Vorjahressiegerin ihrer Dauerrivalin Anya Kisskalt. Auch Katarina Bormann kämpfte sich in der Klasse bis 55 Kilo ins Finale, wo sie gegen die Deutsche Kadettenmeisterin Kim Kreuzer den Kürzeren zog. Bronze bei der weiblichen Jugend erkämpften sich Jessica Wolf (bis 42 Kilo), Jil Grebe (bis 44 Kilo), Janine Kuhl (bis 44 Kilo), Jasina Müller (bis 52 Kilo) und Imke Schulz (über 68 Kilo). Die Titel bei der männlichen Jugend holten Raphael Jaschin in der Klasse bis 68 Kilo und Abdullah Ciftci, der die Klasse bis 78 Kilo für sich entschied. Julien Pascal Weber, Benedict Vögeli (beide über 78 Kilo) und Can Cinar (bis 63 Kilo) belegten den dritten Platz.

„Wir haben uns trotzt des frühen Zeitpunktes im Jahr sehr akribisch auf diese Deutsche Meisterschaft vorbereitet und es hat sich ausgezahlt, die Bilanz ist phänomenal. Diese Leistungen lassen uns doch sehr optimistisch in die Zukunft blicken“, freute sich Landestrainer und Disziplinbundestrainer Sasan Dalirnejad. Als nächstes stehen nun eine Reihe von internationalen Wettkämpfen an, beginnend mit der Türkish Open in Istanbul, für die mit Viviana Valentino, Laura Göbel und Lena Unrau gleich drei rheinland-pfälzische Sportlerinnen nominiert sind. Hier gilt es, sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren. 2018 stehen die Jugend-WM sowie die Olympischen Jugendspiele in Argentinien an, aber auch die Kadetten- und Aktiven-EM.