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Tennis: Bei Altersklassen-Meisterschaften des TVR feiert Andreas Kneip nach 20 Jahren ein Top-Comeback

Champion nach zwei Jahrzehnten Pause: Andreas Kneip vom TC Emmelshausen. Foto: TVRMit dem Mann hatte keiner gerechnet: Bei den AK-Meisterschaften des Tennisverbandes Rheinland (TVR) holte sich Andreas Kneip vom TC Emmelshausen den Titel in der Klasse M 30, und das nach 20 Jahren Pause. „Ich habe meine alte Leidenschaft wieder aufleben lassen“, freute sich Kneip, der als 16-Jähriger beim TC Rheinanlagen Koblenz aktiv war und es bis in den TVR-Kader geschafft hatte. Dann, so erzählte er nach dem 6:3, 6:3 im Finale gegen Stephan Becker (Bendorfer TV), musste er sich zwischen Studium bzw. Beruf und Sport entscheiden und kehrte erst vor zwei Jahren beim TC Emmelshausen zum Tennis zurück, mit viel Ehrgeiz und eigener Ballmaschine. Endspielpartner Becker, Vorjahresfinalist M 40, konnte in seiner Altersklasse wegen des Freitag-Spieltermins „aus beruflichen Gründen“ nicht antreten. Im Feld der jüngeren Spieler fühlte er sich aber recht wohl, „auch wenn es da einen Ticken schneller zugeht.“ Bei Konkurrent Kneip gesellte sich allerdings im Finale noch die Sicherheit zur Schnelligkeit. Das war entscheidend.

Auch Abonnementsmeister Horst Kelling vom TC BW Bad Ems, Referent für Regelkunde im TVR und Turnierchef bei diesen Titelkämpfen mit ihren Finalspielen im Andernacher Tennis-Treff, musste sich, wie Stephan Becker, mit jüngeren Konkurrenten messen: Für die M 65 mangelte es an Meldungen. „Seitdem ich Turnierleitung mache, ist es das erste Mal, dass eine Herren-Altersklasse ausfallen musste“, kommentierte der Titelverteidiger M 65 die durchwachsene Gesamtzahl an Aktiven (85 Teilnehmer gegenüber 96 im Vorjahr). Auch TVR-Sportwart Hans Molitor zeigte sich mit den Leistungen auf den fünf Feldern zufrieden zeigte („Gutes Niveau“), und ist sich sicher, dass die Konkurrenz M 65 bei den Freiplatz-Meisterschaften an Pfingsten auf der Karthause wieder zustande kommt.

In der Klasse M 60 war für Horst Kelling im Halbfinale Schluss. „Theoretisch bin ich damit der beste 65jährige“, machte er das Beste aus seiner Niederlage gegen den acht Jahre jüngeren Titelverteidiger Toni Schweitzer (TC Rh.-W. Neuwied), der wiederum das Final-Duell gegen seinen Vereinskameraden Christoph Hilpisch mit 4:6, 6:7 (2:7) verlor. „Ich hätte es einfacher haben können bei 5:4-Führung und eigenem Aufschlag im zweiten Satz“, stellte Hilpisch fest. „Bei den Endspielen gegeneinander führe ich mit 6:3, es entscheidet immer die Tagesform“, so der Sieger, während Schweitzer einen Doppelfehler und zwei schwache zweite Aufschläge mit entsprechenden Returns im Tiebreak beklagte.

Wie anders als 10:8 hätte der Entscheidungssatz, einziger Matchtiebreak in den Endspielen dieser Meisterschaften, zwischen dem Trierer Thomas Fusenig und Markus Roßen aus Bad Ems ausgehen können? Beide hatten ihre Halbfinals mit diesem Resultat im dritten Satz gewonnen, M 50-Titelverteidiger Fusenig war mit diesem Ergebnis im Vorjahr Meister geworden. „Enger kann man es nicht haben“, meinte er nach der Wiederholung seines 2017er-Sieges, „es war reine Nervensache.“ Vielleicht entscheidend: Die Aufschläge von Linkshänder Roßen (Fusenig: Extrem schwer zu retournieren) verloren an Präzision. Eine scheinbar klare Angelegenheit war das M 55-Endspiel, das Vorjahresgewinner Axel Hüttner vom TC Idar-Oberstein mit 6:1, 6:2 gegen Jens Kowalke (TC RL Lahnstein) gewann. „Hätte ich meine drei Breakchancen zum 3:3 im zweiten Satz genutzt, wäre das noch mal eine Motivation für mich gewesen“, ärgerte sich der Verlierer über ungenutzte Gelegenheiten. Auch Hüttner („Ich habe die wichtigen Punkte gemacht“) sah das so: „Es hätte meinem Spiel einen Knacks geben können.“ Die gleiche Final-Paarung M 70 wie im Vorjahr mit dem gleichen Sieger gab es bei den ältesten Spielern, diesmal setzte sich Dietmar Stern (TC Siershahn) mit 6:4, 6:1 gegen Peter Buhr vom TC BW Herschbach durch. „Ich war Favorit in einem weniger stark besetzten Feld“, meinte Stern, und Buhr zeigte sich zufrieden mit dem Erreichen des Endspieles: „Nach einem Achillessehnenanriss im Juni war es erst mein drittes Einzel.“

Im abschließenden Endspiel M 40, der mit 16 Teilnehmern bestbesetzten Klasse mit den Halbfinals am Vormittag, sah es einen Satz lang nach einer engen Entscheidung aus. Aber nachdem der top-gesetzte Simmerner Ales Friedl den ersten Satz mit 7:3 im Tiebreak für sich entschieden hatte, war bei seinem Gegenüber Tim Lengfeld (TC Diez) die Luft raus. Als junger Vater seit Monaten von Schlafdefizit geplagt, zollte Lengfeld beim 0:6 im zweiten Durchgang dem Kräfteverschleiß Tribut. „Ich habe bis kurz vor Meldeschluss gezögert, ob ich dieses Turnier mit vier Spielen wahrnehmen soll“, meinte er später. Ales Friedl nutzte das Nachlassen seines Gegners. „Im zweiten Satz lief es bei mir und die langen Bälle kamen“, sagte er, „nachdem ich am Anfang zu hektisch war.“ Zuvor hatte im einzigen Frauen-Finale Lori Murtaugh (Andernacher TC) souverän ihren Vorjahres-Erfolg wiederholt, Christine Hölzke vom TC Neuwied war beim 0:6, 2:6 chancenlos. „Sie geht immer ans Netz und ich musste nur sehen, ob ich sie rechts oder links passieren kann“, kommentierte Murtaugh die Taktik „entweder, oder“ (Hölzke) ihrer Kontrahentin.