Fußball: SWFV-Aktion „Fair ist mehr“ würdigt besonderen Sportsgeist

Oliver Stekovits (l.) Melder des Monatssiegers Lion Huthmann (Mitte), gemeinsam mit SWFV-Schatzmeister Hans-Jörg Hoch (rechts). Foto: SWFVJährlich ehrt der Südwestdeutsche Fußballverband (SWFV) mit der Aktion „Fair ist mehr“ Spieler, Schiedsrichter und Funktionäre für besonders faire Gesten rund um Fußballspiele im Verbandsgebiet. Es geht dabei nicht um spektakuläre Aktionen, der Gedanke und die Tat zählen. In diesem Jahr fand die Ehrungsveranstaltung rund um das DFB-Pokalspiel zwischen Mainz 05 und Holstein Kiel in der Opel-Arena in Mainz statt. Unter allen Meldungen wird von der SWFV-Kommission „Gesellschaftliche Verantwortung“ je ein Monatssieger ausgewählt. Im Rahmen der Veranstaltung konnten sechs Monatssieger für ihre besonders fairen Gesten geehrt werden. Unter allen Monatssiegern wird dann der Jahressieger gewählt, in diesem Jahr war es ein prominenter Name, mit Marco Reich erhielt diese Auszeichnung erstmalig ein Ex-Profi. Ausgezeichnet wurde er für sein sportlich faires Verhalten im Bezirksligaspiel gegen den Bollenbacher SV. Nach erzieltem 2:0 gab er seinen Mannschaftskameraden das Kommando, den Gegner das Anschlusstor erzielen zu lassen, da dem Tor eine Verletzung voraus ging und die Gegenspieler davon ausgingen, dass der Ball ins Aus gespielt wird. Für ihn war das Verhalten selbstverständlich, denn so wolle er nicht gewinnen, erzählt Reich auf Nachfrage.

Besonders erwähnenswert ist die Geschichte von Bernd Wagner und Ludwig Stahl. Am 19. September wurde Stahl beim Ü40-Kreispokalspiel zwischen dem SV Weingarten und dem TuS Lachen-Speyerdorf zum Lebensretter. Kurz vor Schluss war Bernd Wagner, Vorsitzender des SV Herta Kirrweiler und TuS-Spieler, im Strafraum umgekippt. Vorderwand- und Hinterwandherzinfarkt, so die spätere Diagnose. „Man sah gleich an der Art wie er umgekippt ist, dass da was nicht stimmt“, sagte der ausgebildete Ersthelfer. Er brachte Wagner in die stabile Seitenlage und ging direkt zur Herzmassage über, welche er länger als 20 Minuten durchführte. Drei Tage habe ihm das keine Ruhe gelassen, bis er erfahren habe, „dass er (Wagner) es geschafft hat“, sagt Ferit Isufaj, Melder der Aktion und AH-Spielleiter vom SV Weingarten.

Ein weiterer Anlass der Veranstaltung ist die Preisverleihung der Sepp-Herberger-Urkunde innerhalb der DFB-Stiftung Sepp Herberger. Die Schwerpunkte der Stiftungsarbeit dienen der Entwicklung, Förderung und dem Ansehen des Fußballsports sowie der sozialen Betreuung der durch ihn Geschädigten. Urkunden werden in den Bereichen Behindertenfußball, Resozialisierung, Schule und Vereine, Fußball digital und Resozialisierung/Sonderpreis überreicht. Ab dem Jahr 2016 werden erstmals auch Vereine ausgezeichnet, die sich im Bereich „Fußball digital“ engagieren und „Neue Medien“ gezielt für ihre Arbeit einsetzen.

In der Kategorie Schule und Vereine wurde der SV Leiselheim ausgezeichnet. Der Sportverein richtet jährlich ein Fußballturnier gemeinsam mit den Wormser Kindergärten aus. Besonders dabei ist, dass die Trikots selbst von den Kindern gestaltet wurden. Gemeinsam mit der BzGA stand das Turnier auch unter dem Motto: „Kinder stark machen“, über 200 Besucher fanden den Weg zum Sportgelände.

Im Bereich Fußball digital wurde der 1. FC Nackenheim geehrt. Der 1. FC schafft es, die digitalen Medien als Mehrwert in den Verein einzubinden. Als besonderes Highlight ist dabei der „neunzehn53-Basar“ anzusehen. auf der Microsite können sich Mitglieder neue Sportartikel über den Verein bestellen und sparen sich den Besuch beim Händler. Die Ware kommt in der gewünschten Größe und der kompletten Beflockung (Wappen, Name etc.) bei den Mitgliedern an.

Den Preis in der Kategorie „Sozialwerk“ gewann der TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim aus der Südpfalz. Mittels Spendenaktionen sammelte der Verein rund 20.000 Euro für den 10-jährigen Nicklas, der im Februar nach einem Herzstillstand ins Koma gefallen war und seitdem pflegebedürftig ist. Für den Umzug seiner Familie in ein neues, behindertengerechtes Zuhause stellte der TSV unter anderem ein Benefizkonzert auf die Beine. Damit wurde der Verein auch als Bundessieger ausgezeichnet und erhält 5.000 Euro von der DFB-Stiftung Sepp Herberger.

Mit einem Ballpaket als Sonderpreis des SWFV wurde der FSV Alemannia Laubenheim in der Kategorie „Sozialwerk“ ausgezeichnet. Der Verein engagiert sich sehr stark für die Integration, um Kindern und Jugendlichen eine Ablenkung von seelischen Belastungen wie Kriegseinwirkungen, Verfolgung oder sogar Mord in ihrem Heimatland zu schaffen.