Taekwondo: 25. Offener RLP-Pokal und Deutsche Hochschulmeisterschaft in Ingelheim

In Aktion: Marilena Werth (rote Weste). Foto: TCIAus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Taekwondo Club Ingelheim richtete der Verein mit dem 25. Offenen Rheinland-Pfalz Pokal und tags darauf der Deutschen Hochschulmeisterschaft gleich zwei Großereignisse an einem Wochenende aus. Über 250 Sportler aus Rheinland-Pfalz und den benachbarten Bundesländern sowie aus Luxemburg und der Schweiz fanden sich in der Sporthalle der Kaiserpfalz Realschule in Ingelheim ein, um den 25. Offenen Rheinland-Pfalz Pokal im olympischen Taekwondo auszukämpfen. Unter Einsatz des neusten elektronischen Wettkampfequipments, wie es zum Beispiel auch bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 zum Einsatz kam, wurden die Wettkämpfe auf drei Oktagon-Kampfflächen durchgeführt.

Der Taekwondo Club Ingelheim (TCI) ließ es sich als ausrichtender Verein nicht nehmen, die sechs rheinland-pfälzischen EM-Teilnehmer dieses Jahres sowie Neu-Bundestrainer Sasan Dalirnejad zu ehren. Lena Unrau, Emel Karagöz, Viviana Valentino und Can Cinar demonstrierten anschließend ihr Können und entschieden den Rheinland-Pfalz-Pokal für sich. In der Mannschaftswertung der 38 angetretenen Vereine konnte sich der gastgebende Ingelheimer Verein durchsetzen vor Sporting Taekwondo, Gelnhausen und Andernach.

In Kooperation mit der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität war der TCI Ausrichter der Deutschen Hochschulmeisterschaft im olympischen Vollkontakt und Technik (Poomsae) Taekwondo. Veranstalter dieser mit knapp 80 Teilnehmern wesentlich überschaubareren DM war der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband. Für Armare Mainz ging die 18 Jahre alte Chiara Schmitt im Formenbereich am Start, die gerade erst ihr Studium an der Uni Mainz begonnen hat. Das Turnier wurde im Single Elimination Modus (K.o.-System) ausgetragen. Hier präsentieren zwei Kämpferinnen zeitgleich nebeneinander ihre Technik-Formen. Der Verlierer scheidet aus, der Gewinner kommt eine Runde weiter. Nach einem Freilos in der Vorrunde rief Chiara im Viertelfinale gegen eine Hessin eine Top-Leistung ab und überzeugte die Punktrichter von sich. Im Halbfinale traf sie auf eine der Favoritinnen mit Nationalkader-Erfahrung von der Uni Trier, der sie im September beim Bundesranglistenturnier in Berlin noch unterlegen war. Nach der ersten Form hatte die Triererin die Nase vorn und die Aufholjagd begann. Die zweite Runde entschiede Chiara für sich. Es kam zum Stechen. Hier konnte sie die technischen und taktischen Anweisungen ihres Heimtrainers Dieter Dexheimer sehr gut umsetzen und zeigte eine überragende Leistung. Im Finale musste sich die Mainzerin knapp geschlagen geben. In olympischen Wettkampf starteten mit Marilena Werth und Hicham Massaoudi gleich zwei heiße Medaillenanwärter vom TCI. Während für Hicham Massaoudi, dem Titelträger von 2015, im Halbfinale der Herrenschwergewichtsklasse Endstation war, verteidigte Vorjahressiegerin Werth ihren Titel in der Damenklasse bis 67 Kilo. Besonders erfreulich war der Besuch der kompletten Führungsriege des rheinland-pfälzischen Leistungssports. Jochen Borchert (LSB-Vizepräsident Leistungssport), Thomas Kloth (LSB-Abteilungsleiter Leistungssport) und Steffen Oberst (Leiter Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland) ließen es sich nicht nehmen, bei der DHM vorbei zu schauen.