Wasserski: Gold für Steffi und Jacky Kirsch bei der EM in Ravenna

Gold in Ravenna: Jacky Kirsch hatte bei der EM allen Grund zur Freude. Foto: F. KirschBei den Europameisterschaften im Barfuß-Wasserski im italienischen Ravenna gewann ein starkes deutsches Team wieder den Titel. Steffi Kirsch (Senioren und offene Klasse) holte sich Gold in der Kombinationswertung, Tochter Jacky Kirsch landete absolut überraschend für alle Teilnehmer ebenfalls ganz oben auf dem Treppchen.

Insgesamt 49 Teilnehmer aus zehn Ländern hatten sich für die EM qualifiziert. Der Veranstaltungsort Ravenna bot fünf Tage lang (Training, Vorläufe und Finale) traumhafte Bedingungen – glattes Wasser und kein Wind – so dass Spitzenleistungen, ja sogar ein Weltrekord, möglich waren. Konzentration, ein gutes Nervenkostüm und kalkulierbare Raffinesse führten für Mutter und Tochter Kirsch (beide WSC Schweich-Issel) zum gewünschten Ergebnis. Dass die Ärztin Steffi Kirsch Gold holen würde, war keine Überraschung. Schließlich fährt sie schon seit Jahren kontinuierlich auf Europa- und Weltebene mit. Dass indes Jacky Kirsch, die in den vergangenen Jahren bei der Jugend einiges „abgeräumt“ hatte, mit ihren gerade einmal 18 Jahren als Jüngste in der Konkurrenz der „Großen“ dermaßen auftrumpft, damit war nicht zu rechnen.

Mit einem schwierigen, sehr komplizierten Sprungstart: „Flying doc backwards“ fing Jacky Kirsch ihren Lauf an, der am Ende zu Gold führte. Der Ablauf im Detail: Wenn die Leine des Zugbootes stramm wird, kommt ein „Okay“ vom Läufer. Das 200 PS starke Boot zieht Vollstoff an. Der Läufer hat die Leine mit Hantel halb um den Körper gewickelt. Er springt vorwärts ab, dreht sich in der Luft und landet auf dem Bauch im Wasser, so dass die Füße zum Boot zeigen und die Leine mithalten. Mit zunehmender Geschwindigkeit – am Ende 64 km/h – steht der Läufer im Rückwärtsfahren auf dem Wasser.

Steffi Kirsch hatte bereits bei den Seniorinnen (Ü35) alles abgeräumt und startete anschließend auch in der offenen Klasse. Allerdings war sie dann ausgepowert und konnte die Finalläufe nicht mehr absolvieren. Dennoch sicherte sich die Medizinerin auch hier in der Gesamtwertung dank ihrer hervorragenden Vorlaufergebnisse Gold.