Tischtennis: Fusion von RTTV und TTVR spätestens 2020?

Auch als Unparteiischer in der Bundesliga gefragt: RTTV-Präsident Markus Baisch (r., mit Herbert Zimmermann von der DJK/RW Finthen), der als Ressortleiter Schiedsrichter im DTTB-Ausschuss für Leistungssport zu den höchsten Tischtennis-Funktionären der Republik zählt. Foto: M. HeinzeAuf dem Jugendsektor arbeiten der kleine Rheinhessische Tischtennis-Verband (RTTV) mit seinen 125 Vereinen und der vergleichsweise große Tischtennis-Verband Rheinland (TTVR) mit seinen 330 Vereinen schon seit dem vergangenen Jahr zusammen. Erweitert wurde die Kooperation mit der Zusammmenarbeit im Turnierbereich der Damen, Herren, Senioren, der seit Januar 2017 gemeinsam durchgeführt wird. Bis die beiden Tischtennis-Verbände komplett zum R.TTV.R. verschmelzen, werden aber noch einige Jahre ins Land ziehen. Das machte RTTV-Präsident Markus Baisch zuletzt auf dem Mainzer Tischtennis-Kreistag in Zornheim deutlich.

„Wir arbeiten im Moment zweigleisig“, sagte Baisch, der der oberste Schiedsrichter im Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) ist. Ursprünglich sei im Gespräch gewesen, dass man noch auf dem Verbandstag 2017 den Beschluss für eine Fusion fassen könne. Jetzt sei es das Ziel, beim Verbandstag 2018 einen entscheidenden Schritt weiter zu kommen. „Diese Fusion ist ein Thema, das sich setzen muss“, sagte Baisch. „Hochkomplexe Dinge vorzustellen und am gleichen Tag zu beschließen“ sei nicht sinnvoll. „Dass wir damit bis jetzt nicht fertig geworden sind, liegt zum Teil an uns zum kleinen Teil auch am TTVR. Die Geschichte hatte zuletzt nicht so viel Drive, wie der RTTV und auch Teile des TTVR sich das gewünscht hätten.“ Baisch wörtlich: „Auf dem Verbandstag 2017 wird in Sachen Fusion noch gar nichts entschieden, frühestens 2018 – und dann würde eine Fusion spätestens 2020 angestrebt.“ Da das Rheinland  nur alle drei Jahre einen Verbandstag durchführt, müsste der TTVR vor seinem turnusgemäß stattfindenden Verbandstag 2020 eventuell einen außerordentlichen Verbandstag durchführen, damit die Fusion 2020 starten könne. Dies sei das erklärte Ziel des RTTV. Wie das Konstrukt am Ende aussehen werde („Zum Beispiel Auflösung beider Verbände und Gründung eines neuen Verbandes“) sei unklar. Über die DOSB-Führungsakademie wolle man sich „externe Hilfe holen“.

Klar ist, dass gemeinsame Großveranstaltungen bzw. -turniere weder im Hohen Westerwald noch in der Eifel oder in Worms über die Bühne gehen sollen, sondern an zentraleren Orten. „Darüber haben wir uns bereits verständigt und setzen dies auch seit der Saison 2016/17 konsequent um“, so Baisch. „Sonst wären die Fahrtstrecken für viele Teilnehmer riesig.“ Ein R.TTV.R.-Turnier in Mainz sei denkbar, wenn denn bis dann die ersehnte Großsporthalle gibt.

Von der Fusion erhofft sich gerade auch der RTTV, dessen Jahresumsatz Baisch auf 200.000 Euro bezifferte, dringend notwendige Synergieeffekte. „Die Anforderungen an die Sportverbände steigen ständig“, so der RTTV-Präsident, der die finanzielle Ausstattung seines Verbandes als sehr bescheiden beschrieb. „Wir leisten uns noch nicht einmal einen Steuerberater, der drüber schaut, ob das eigentlich so richtig ist, was wir da abgeben.“ Baisch wörtlich: „Das kostet alles Geld, was wir da tun. Und die Ehrenamtler, die das umsonst machen, finden wir nicht mehr hinter jeder Ecke.“ Die Zeiten von Kampfkandidaturen seien lange vorbei. „Deswegen müssen wir – wenn wir den Standard auch nur halten wollen – mit den Gebühren nach oben. Und zwar unabhängig davon, ob wir kooperieren oder fusionieren oder was auch immer.“ Die Landeszuschüsse, die seit Jahren rückläufig sind, lägen gerade noch bei 34.000 Euro, dazu kämen 40.000 Euro bei der direkten Projektförderung. Die Gebührenerhöhungen, versicherte Baisch, würden sich allerdings im Rahmen halten.