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Tennis: Auf TVR-Mitgliederversammlung wird Klaus gewählt und Kamptz geehrt / Alexander Specht aus Arzbach neuer Leiter Sportentwicklung im Präsidium

Ulrich Klaus bleibt Präsident des Tennisverbandes Rheinland (TVR). „Ich mach´s noch mal für die nächsten zwei Jahre“, bestätigte er nach einstimmig erfolgter Wiederwahl auf der TVR-Mitgliederversammlung, die im Koblenzer Haus des Sports, Sitz des Sportbundes Rheinland (SBR) und Ausweichquartier wegen Renovierungsarbeiten im Gymnasium auf der Karthause, stattfand. Die Vertreter von 39 anwesenden Vereinen mit insgesamt 119 Stimmen schenkten dem neuen Verbandspräsidium ihr vollstes Vertrauen. Das galt auch für Alexander Specht: Der 40jährige Vorsitzende der Tennisabteilung des SV Arzbach wurde als Nachfolger von Dieter Kamptz als Leiter Sportentwicklung ins TVR-Präsidium gewählt. Er trete in „sehr große Fußstapfen“, stellte Specht fest, „und ich hoffe, in dieses Amt hineinzuwachsen.“

Für Dieter Kamptz endete damit eine mehr als 25jährige Tätigkeit im TVR-Präsidium. Wie schwer ihm dieser Abschied fiel, zeigte sich zum Ende der Versammlung, als er engagiert zur Teilnahme am Aktionstag „Deutschland spielt Tennis“ aufrief. Die Verdienste von Kamptz im Laufe von 45 Jahren als Ehrenamtler wurden an diesem Tag gleich zweifach hervorgehoben und gewürdigt. Zunächst verlieh ihm SBR-Präsidentin und Hausherrin Monika Sauer zum Ende ihres ausführlichen Grußwortes die Sportbund-Ehrennadel in Gold und betonte das Engagement von Kamptz, „der sich besonders um die kleinen Vereine bemüht.“    
Später folgten die Vereinsvertreter einstimmig und unter großem Beifall dem Antrag des TVR-Präsidenten und ernannten Dieter Kamptz zum Ehrenmitglied des Tennisverbandes Rheinland.

Zuvor waren Klaus Börner, 1974 Gründer der Tennisabteilung im Trimm- und Freizeit-Club Bornich, sowie Dieter Schlaadt, seit 1968 Sportwart, später Jugendwart und bis heute 1. Vorsitzender des TC Langenlonsheim, mit der Goldenen Ehrennadel des TVR ausgezeichnet worden. „Denn ohne Ehrenamt würden weder der Sport noch die Gesellschaft funktionieren“, betonte Ulrich Klaus, ehe er das Mikrofon an Monika Sauer übergab. Der Sportbund-Präsidentin war es ein besonderes Bedürfnis, zur Kritik des Landesrechnungshofes wg. Geldverschwendung beim Landesssportbund und zur Unruhe in der Führung der Sportjugend Stellung zu beziehen. „Es geht turbulent zu in Mainz“, so Monika Sauer, „aber wir hier im Rheinland sitzen auf einer ruhigen Insel.“

In seinem Geschäftsbericht sprach Ulrich Klaus von einer „wieder sehr unterschiedlichen Mitgliederentwicklung“, die insgesamt zwei Prozent Rückgang aufzeigt: 200 der 386 TVR-Vereine verzeichnen sinkende Mitgliederzahlen, bei 40 ist die Zahl unverändert, demgegenüber stehen 140 Vereine mit steigenden Mitgliederzahlen, teilweise sogar mit beachtlichen Raten.

„Mitgliederwerbung ist kein Selbstläufer“, betonte der Präsident, „sondern mit intensiver ehrenamtlicher Arbeit des Vorstandes und attraktiven Angeboten verbunden.“ Beispielhaft wurde der TC Rengsdorf gewürdigt, dessen Mitgliederzahl im letzten Jahr von 170 auf 240 kletterte, das sind stolze 35 Prozent. Der TC-Vorsitzende Joachim Langhardt stellte sich anschließend als „einziges verbliebenes Gründungsmitglied“ vor und benannte fünf Schwerpunkte des Rengsdorfer Erfolgskonzeptes: Engagierte Menschen, kreative Ideen, gute Infrastruktur, wirksame Öffentlichkeitsarbeit, vielfältige Angebote für Einsteiger jeden Alters.

Die Aussprache zu Jahresberichten der einzelnen Ressorts verband Klaus mit einem Dank an seine Präsidiumsmitglieder und dem Eingeständnis: „Der Spaßfaktor ist im Rheinland größer als beim Deutschen Tennis Bund.“ Ob er bei den DTB-Wahlen im November erneut kandidiert, „überlege ich mir im Sommer.“ Eigentlich, so TVR- und DTB-Präsident Klaus, sei die Führung des weltgrößten Tennisverbandes „ein Vollzeitjob und ehrenamtlich nicht zu leisten.“ Bis zu einer Professionalisierung auf dieser Ebene werde es aber noch zwei Jahre dauern.

Dem Kassenbericht von Schatzmeister Wolfgang Jung wie auch dem Haushaltsvoranschlag 2017 wurde zugestimmt, die Begründung für das 2016-Ausgabenminus in Höhe von 50.000 Euro war einleuchtend. Der neue Boden im Landesleistungszentrum auf der Karthause, auf dem die Teilnehmer der „Koblenz Open“ trainierten, kostete 110.000 Euro. Mehr als die Hälfte davon wurde durch Zuschüsse getragen. „Finanziell und sportlich haben wir ein gutes Geschäft gemacht“, sagte Jung. Nicht ohne Stolz stellte Präsident Klaus fest, dass die beiden höchstwertigen deutschen Hallenturniere der Damen und Herren im Bereich des Tennisverbandes Rheinland stattfinden.

Mit dem Referat des Fördervereins-Vorsitzenden Dr. Helmut Keim über das Inklusionsprojekt des TC Idar-Oberstein ging die dreistündige Mitgliederversammlung ihrem Ende entgegen. Vor drei Jahren entwickelte der damals neu gewählte Vorstand des TCIO die Idee der Teilhabe von Kindern mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft im Allgemeinen sowie, „unseres Wissens in Deutschland einzigartig“, an den Aktivitäten des Tennisclubs im Besonderen. Die Voraussetzungen in Idar-Oberstein waren gegeben, Sponsoren sicherten die Finanzierung. Die Durchführung begann mit einer Testphase im Oktober 2014 mit dem Ziel, Kinder mit Behinderung am Training von Kindern ohne Behinderung teilhaben zu lassen. „Dieses Beispiel, sowie auch die Anstrengungen des TC Rengsdorf bei der Mitgliederwerbung, zeigen die breite Palette gesellschaftlichen Engagements unserer Tennisvereine“, lobte TVR-Präsident Ulrich Klaus abschließend.
 
Das neu gewählte Präsidium setzt sich wie folgt zusammen:
Ulrich Klaus, Präsident
Carl Kipp, Vizepräsident
Wolfgang Jung, Schatzmeister
Hans Molitor, Sportwart
Andreas Germei, Leiter Spielbetrieb
Michael Montada, Jugendwart
Alexander Specht, Leiter Sportentwicklung
Lothar Markus, Geschäftsführer (mit beratender Stimme)